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Bad Soden Aktuell
MTK. Ansiedlung seltener Tier- und Pflanzenarten
 



Das Umweltamt des Main-Taunus-Kreises hat am Trockenhang im Bad Sodener Meilborntal seltene Tier- und Pflanzenarten angesiedelt. Das hat die Untersuchung eines Biologen ergeben, die der Kreis in Auftrag gegeben hatte. „Aus einem verwilderten Grundstück haben wir in sieben Jahren eine Heimat für Zauneidechsen und andere geschützte Arten gemacht und damit dafür gesorgt, dass sich auch seltene Tiere im Main-Taunus-Kreis wohlfühlen“, so der Umweltdezernent, Erster Kreisbeigeordneter Hans-Jürgen Hielscher. Der Kreis betreibt das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (NABU) und der Stadt Bad Soden.

Insbesondere gefährdete Insektenarten wie die Zweifarbige Beißschrecke und die Gemeine Dornschrecke weist das Gutachten nach. Ebenso zögen die blütenreichen Wiesen mit Tausendgüldenkraut und Golddiesteln viele andere Insekten an, die dort ein reichhaltiges Nahrungsangebot vorfänden. Neben Zauneidechsen, für die besondere Lebensräume mit Trockensteinmauern, Totholz und Sandhaufen geschaffen worden seien, hätten sich auch Blindschleichen und Ringelnattern angesiedelt. „Das optisch eindrucksvolle Biotop ist im Main-Taunus-Kreis einzigartig und ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt und zum Schutz der Natur“, so der Umweltdezernent.

Die etwa ein Hektar große Fläche werde wegen der steilen Hanglage seit den 80er Jahren nicht mehr genutzt. Mit der Zeit hätten Hecken und Bäumen die Wiese überwuchert und Tiere und Pflanzen an den Rand gedrängt. Mit Ersatzgeldern, die der Kreis bei Eingriffen in Natur und Landschaft durch Bauprojekte erhebt und verwaltet, habe die Stadt Bad Soden das Grundstück schließlich 2004 vom Eigentümer gekauft und das Umweltprojekt gemeinsam mit dem Kreis und dem NABU gestartet. „Der Trockenhang im Meilborntal steht beispielhaft für ein erfolgreiches Naturschutzprojekt, bei dem Behörden und Naturschutzverbände eng zusammenarbeiten“, erläutert Hielscher.

Für den Kauf und die Pflege seien insgesamt bisher rund 78.000 Euro aufgewendet worden. Besonders aufwendig sei das Entbuschen des Hangs mit einer Spezialmaschine zu Beginn des Projekts gewesen. Anschließend habe die Fläche zweimal jährlich gemäht und das Mahdgut aufgehäuft werden müssen, damit Reptilien dort ihre Eier ablegen konnten. Einzelne Gehölzgruppen und markante Bäume seien stehen geblieben und prägten inzwischen das Landschaftsbild im Meilborntal.

Nach Angaben des Umweltamts, kann es aber auch negative Folgen für die Natur haben, Gehölze zu entfernen. Ob es sinnvoll ist, Büsche und Bäume zu entfernen, hängt von der Beschaffenheit und dem Entwicklungsziel eines Grundstücks ab. Gegen schädliche Eingriffe müsse das Umweltamt vorgehen. Bürger sollten sich daher an das MTK-Umweltamt wenden, wenn sie ein Grundstück bearbeiten wollen.

Quelle: krh